Diese Firmen übernahmen Anfang der 70er Jahre, hervorgehend aus der Firma
Degussa, die schon in den 40er Jahren Atomforschung betrieb, die Fertigung von Uran- und Plutoniumhaltigen
Brennelementen für Druck-, Siedewasser- und Forschungsreaktoren in der ganzen Welt.
Die Fertigung erfolgte Anfang der 70er Jahre unter primitiven Bedingungen. Uranstäbe und
andere Emissionen wurden in vollem Maß in die Fertigungsräume abgegeben und von den
Beschäftigten, die ohne Atemmasken mit ihrer Privatkleidung und -Schuhen arbeiteten, eingeatmet.
Später wurden alle Belüftungssysteme sowie Türen und Fenster hermetisch versiegelt
weil die Strahlenbelastung der Umwelt zu hoch waren. Das geschah auf Anforderung der zuständigen
Behörde. Die Mitarbeiter arbeiteten aber weiterhin in diesen geschlossen Fertigungsräumen
und waren diesen Emissionen ausgesetzt.
Die Gefahren dieser krebserregenden Stoffe wurden von der zuständigen Seite (Strahlenschutz) verharmlost. In den Fertigungsräumen wurde geraucht und gegessen. Es gab Betriebsbüros, die nur durch Arbeitsspinde von den Fertigungsräumen getrennt waren und in denen kaufmännische Mitarbeiter und schwangere Frauen ihre Tätigkeiten verrichteten. Diese Arbeiter(innen) waren keine Personen der Strahlenschutzkategorie I, die einer jährlichen besonderen Untersuchung unterworfen waren. Sie waren aber den gleichen Belastungen durch Stäube und Emissionen ausgesetzt, wie die Arbeiter, die mit offenen Uran arbeiteten. So wurde von Anfang an wissentlich aus wirtschaftlichen Gründen gegen das Atomgesetz verstoßen. Durch falsche Belehrung des Strahlenschutzes , der gedeckt war durch die Firma Siemens, arbeiteten die Mitarbeiter ohne entsprechenden Schutz. Die daraus resultierenden Folgen:
Durch Manipulation der Daten und abstreiten jeglicher Vorkommnisse, wurde ein Mitarbeiter so verstrahlt (M. Weber) , dass bei ihm Lungenvibrose festgestellt wurde. Herr Weber klagte gegen Siemens und verlor durch Falschaussagen der Firma Siemens und diverser Gutachter. Herr Weber ging das Geld aus und konnte nicht weiter gegen die Siemens klagen. Daraufhin bot die Firma Siemens Herrn Weber an, seine Anwaltskosten (160.000,- DM) zu übernehmen, wenn er nicht weiter gegen die Firma vorgeht.
Diese ganzen Vorkommnisse veranlassten uns, den Verein Atomopfer e.V. zu gründen.
26.02.2004
Mit dabei Hermann Scheer, Winfried Nachtwei, Andrea Nahles, Hans-Christian Ströbele, Konstantin
Wecker, Peter Sodann, Erich Loest, Martin Buchholz, Angelika Zahrnt (BUND), Greenpeace und weitere
Berlin, den 26.02.2004. Prominente und Politiker machen Siemens das bessere Angebot. Sie wollen die Hanauer Plutoniumfabrik für 50 Millionen und einen Euro kaufen bevor sie nach China geht. China bietet bloß 50 Millionen Euro. "Wir wissen nicht, was China mit der Apparatur machen wird. Auf irgendwelche Garantien gebe ich gar nichts", sagt Schriftsteller Erich Loest.
Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) haben die Initiative "Hanau selber kaufen" heute gestartet, weil die Anlage der chinesischen Regierung helfen würde, große Mengen atomwaffenfähiges Plutonium zu produzieren. Und China hat bereits Pakistan und dem Iran bei ihren illegalen Atomwaffenprogrammen geholfen. "Das ganze Plutonium hinterher in der Welt wieder einzusammeln ist schier unmöglich, deshalb bieten wir jetzt einen Euro mehr und verschrotten die Atomfabrik." sagt Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW.
Auch Bundestagsabgeordnete der Regierungsparteien wollen ins Atomgeschäft um Hanau einsteigen, um den Ausstieg sicherer zu machen. "Die Regierung darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Sie muss das Atomgeschäft untersagen. Die Zusammenarbeit mit China muss sich auf die Mobilisierung erneuerbarer Energien beziehen.", fordert SPD-Fraktionsmitglied Hermann Scheer. Der sicherheitspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion Winfried Nachtwei erklärt: "Der Export der Anlage wäre sicherheitspolitisch verantwortungslos. Die für alle beste Alternative ist die Verschrottung der Anlage. Dazu will ich politisch und privat beitragen". Sein Fraktionskollege Hans-Christian Ströbele denkt darüber nach, "den Restschrott weltweit in kleinen Stücken zu verkaufen, wie die Berliner Mauer".
Die IPPNW-Initiative, die vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), Greenpeace und dem BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz) unterstützt wird, sucht weitere Mitkäufer. "Man kann doch die Doppelzüngigkeit der Regierung nicht mitmachen. Auf der einen Seite schalten wir ab, auf der anderen Seite verkaufen wir nach China", sagt Peter Sodann, Tatortkommissar und Intendant des Neuen Theaters in Halle. Weitere Informationen finden Sie auf der Website http://www.hanauselberkaufen.de/